Mikulov

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Naturschutzgebiete

Innerhalb des Landschaftsschutzgebiets Pálava befinden sich vier nationale Naturreservate (Děvín-Kotel-Soutěska, Křivé jezero, Salzgebiet beim Nesyt sowie Tabulová, Růžový vrch und Kočičí kámen), fünf Naturreservate (Liščí vrch, Milovická stráň, Svatý kopeček, Šibeničník und Turold), ein nationales Naturdenkmal (Jahrtausendkalender) und schließlich vier Naturdenkmäler (Kočičí skála, Kienberg, Růžový kopec und Anenský vrch).

Bereits die Aufzählung dieser kleinräumigen Schutzgebiete bezeugt den Naturreichtum der Region. Jedes der genannten Gebiete hat seinen ganz eigenen Reiz und bietet die Möglichkeit zur Beobachtung einer vielfältigen Fauna und Flora – es genügt, ein leiser und rücksichtsvoller Gast zu sein, und die Natur der Pollauer Berge wird Ihnen ihre Geheimnisse preisgeben.

Mikulov

Auf dem Gipfel des Svatý kopeček haben sich Überreste der einstigen flachen Bodenoberfläche erhalten, an den Hängen kommen einzelne kleine Felsen und Karstformationen vor. Die Steppenflächen sind stellenweise mit wärmeliebenden Pflanzen wie etwa dem Eingriffligen Weißdorn und der Steinweichsel überwachsen, für die Felssteppe typisch sind die großen Bestände von Zwergschwertlilie und Sand-Schwertlilie.

Svatý kopeček

Der Svatý kopeček weist offenbar von allen Standorten in Tschechien das größte Vorkommen an Sommerwurzen auf (z. B. Sand-Sommerwurz, Panzer-Sommerwurz). Die Insektenwelt wird hier etwa durch die häufige Gottesanbeterin, durch Rosenkäfer, Hirschkäfer und Maikäfer repräsentiert. In den Türmen der Kapelle nisten mehrere Dohlenpaare, im aufgelassenen Steinbruch einige Uhus. Es kommen hier auch Smaragdeidechse und Schlingnatter vor.

Turold

BeispielbildDer Felskamm des Turold (385 m ü. M.) besteht aus Jurakalken sowie Sedimenten aus der oberen Kreide. Es wurden hier mehr als 250 Pflanzenarten nachgewiesen, darunter unter anderem etwa Zwerg-Sonnenröschen, Frühlings-Adonisröschen, Filz-Flockenblume, Große Kuhschelle oder Bunte Schwertlilie. Durch menschliches Zutun wurde hier auch der Silberblatt-Salbei heimisch. Einen großen Teil des heutigen Schutzgebiets bedeckt ein Nutzwald, in dem Schwarzkiefer, Stieleiche und Gewöhnliche Esche dominieren. Der Standort ist vor allem als bedeutendes Winterquartier für Fledermäuse (z. B. Kleine Hufeisennase, Großes Mausohr, Fransenfledermaus, Wimperfledermaus, Wasserfledermaus, Braunes Langohr und Kleine Bartfledermaus) bekannt. Regelmäßig nisten hier Uhu, Gelbspötter und Nachtigall. In diesem Naturschutzgebiet finden Sie einen Geopark, der bei der Rekultivierung des Steinbruchs eingerichtet wurde. Er umfaßt 17 Gesteinsblöcke aus verschiedenen Teilen Tschechiens, die so ausgewählt wurden, daß die breitestmögliche Skala an typischen Vertretern der geologischen Geschichte des Landes gezeigt wird. Jedes Gesteinsmuster ist mit einer Tafel, einer Karte seines Vorkommens und einem kleinen Foto versehen.

Šibeničník

Das Kalkmassiv des Šibeničník (238 m n. m.) mit seiner Fels- und Wiesensteppe ist ebenfalls ein sehr interessanter geologischer und botanischer Standort. Es ist das einzige Gebiet im Bereich der Pollauer Berge, wo Wiesenküchenschelle, Steppen-Wolfsmilch und Feinblättrige Schafgarbe gedeihen. Die felsigen Hänge werden von kleineren Flächen einer Felssteppe mit Badener Rispengras und Blauschwingel bedeckt, in den Felsritzen kommt Felsen-Steinkraut vor. Die Westflanke des nördlichen Gipfels bedeckt ein Steppenrasen mit dem einzigen Vorkommen von Steppenhafer in Mähren, welches hier durch den bedeutenden tschechischen Botaniker Josef Podpěra entdeckt wurde. Im Naturreservat können Baumpieper, Wendehals, Pirol und andere Vogelarten beobachtet werden.

Jahrtausendkalender

Der Jahrtausendkalender befindet sich am nördlichen Fuß der Pollauer Berge östlich des Ortes Dolní Věstonice. Es handelt sich um eine aufgegebene Tongrube, deren Grund sich auf einer Meereshöhe von etwa 180 m befindet. Bei der Tongewinnung für die Ziegelproduktion wurde hier ein Profil von etwa 20 m freigelegt, in dessen Mitte nach der Stillegung der Grube eine senkrecht verlaufende rechteckige Kerbe eingeschnitten wurde. Am Grund der Tongrube wurde durch Bohrungen noch eine weitere 15 m starke Schichtenfolge von Löß, Hangsedimenten und fluvialen Sanden mit vereinzelten Feinkiesen und zwei Bodenkomplexen gewonnen. In der Nähe der verlassenen Grube erfolgte im Jahr 2000 eine intensive speläologische Erkundung, die der Kartierung des Löß-Pseudokarsts dienen sollte. Bei dieser Untersuchung wurde unter anderem ein unterirdischer Raum gründlich erkundet, der den Namen Fledermaushöhle erhielt (Länge ca. 70 m, Tiefe 20 m). Daneben wurden in der Umgebung des Jahrtausendkalenders auch weitere unterirdische Hohlräume und andere Pseudokarsterscheinungen dokumentiert.

Kočičí skála

Das Naturdenkmal Kočičí skála (361 m ü. M.) liegt etwa 2 km nördlich von Mikulov. Es handelt sich um einen kleinen Kalkfelsen, in dessen Ritzen unter anderem Felsen-Steinkraut Wurzeln geschlagen hat. Die Westflanke des Felsens bedeckt eine Wiesensteppe mit Fieder-Zwenke, an seiner Ostseite wachsen wärmeliebende Sträucher. An der Nordwestseite findet sich die einzige Population des Schmalblatt-Vergißmeinnicht auf den Pollauer Bergen. Am Standort gedeihen noch weitere besonders geschützte Pflanzen wie Frühlings-Adonisröschen, Goldhaaraster, Gewöhnliche Kugelblume, Esparsetten-Tragant, Schmalblättriger Lein, Dreifinger-Steinbrech und Bologneser Glockenblume.

Kienberg

Der Scheitel des Kienberg (244 m ü. M.) ist von Lößboden bedeckt. In den sandigen Sedimenten finden sich Fossilien aus dem Mesozoikum. Der Pflanzenbewuchs ist hier durch Steppenrasen mit vereinzelten Sträuchern charakterisiert, an Insekten treten mehrere Arten von Hautflüglern auf, die auf lehmige Hänge angewiesen sind. Nach langer Zeit nistet hier auch wieder der Bienenfresser.

Umgebung

Děvín-Kotel-Soutěska

Hier handelt es sich um drei benachbarte Gipfel, von denen der Děvín (554 m ü. M.) die höchste Erhebung der Pollauer Berge darstellt. In dem Schutzgebiet, das bereits seit 1946 besteht, liegt auch die Burgruine Dívčí hrady. Auf einer relativ kleinen Fläche treffen hier dealpine Arten (wie z. B. das Großblütige Sandkraut, das in Tschechien nur hier vorkommt) und Steppenpflanzen aufeinander (so die Zwergschwertlilie, deren Population an diesem Standort die größte in Tschechien ist). An seltenen Tierarten sind Große Sägeschrecke oder Smaragdeidechse zu nennen. Neben dem Wiedehopf nistet hier unter anderem der Uhu. Teilweise wurde die Landschaft durch die frühere Gehegehaltung von Bezoarziegen und Mufflons geschädigt.

Křivé jezero

Dieser Standort ist für Besucher nicht zugänglich, da es sich um das seltene Beispiel einer erhaltenen Flußaue mit dem Überrest eines natürlichen Flußbetts, mit Auwiesen und an Feuchtgebiete und Wasser gebundenen Lebensgemeinschaften handelt, in der zahlreiche seltene Pflanzenarten vorkommen (z. B. Wiener Blaustern, Moorveilchen, Sumpf-Platterbse, Sibirische Schwertlilie, Knoblauch-Gamander, Sumpf-Wolfsmilch, Gelbe Wiesenraute u. a.). Die Sommer-Knotenblume hat hier ihre zahlenstärkste Population in Tschechien. Das Reservat schützt einzigartige Auenbiotope mit all ihren charakteristischen Lebewesen. So kommen hier der Schuppenschwanz, der Feenkrebs Eubranchipus grubii und manche Ilyocypris-Arten vor. An den Ufern der Tümpel lebt der seltene große Laufkäfer, in alleinstehenden Eichen kommt bis heute vielfach der Heldbock vor. In den Tümpeln vermehren sich viele Amphibien wie Laubfrosch, Moorfrosch, Kleiner Wasserfrosch, Seefrosch oder der kritisch bedrohte Kammolch. Im Schutzgebiet Křivé jezero nisten unter anderem Seeadler, Rot- und Schwarzmilan, und im Frühjahr macht eine kleinere Waldkolonie von Weißstörchen auf sich aufmerksam. Ursprünglich wurde das Gebiet wegen der außergewöhnlichen Nistart der Graugänse auf den Weidenbäumen unter Schutz gestellt. In den letzten Jahren tritt in dem Reservat regelmäßig auch der Europäische Biber auf.

Salzgebiet beim Nesyt

Dieses nationale Naturreservat schützt den wertvollsten Standort einer salzliebenden Flora in Mähren. Die für diese Art der Vegetation lebensnotwendigen löslichen Salze stammen aus den unterliegenden Sedimenten eines tertiären Meeres sowie aus austretenden Mineralwässern, die in der Vergangenheit auch das Schwefelbad in Sedlec nutzte. Zu den seltensten Pflanzen dieses Gebiets gehört die Kleinblütige Schwarzwurzel, daneben Strand-Aster, Strand-Wegerich, Bodden-Binse und weitere. Unter anderem wurde hier das Auftreten sechs bedrohter Schmetterlingsarten nachgewiesen, so etwa verschiedener Wickler oder der Art Bucculatrix maritima. Der Salzstandort befindet sich beim größten mährischen Fischteich Nesyt (315 ha), der zu den Teichen von Lednice, einem der ältesten Teichsysteme Mährens, gehört. Die Teiche bilden ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Gleichzeitig stellen sie ein wichtiges Vogelnistgebiet dar und sind heute Bestandteil des Schutzgebietsystems Natura 2000. Unter anderem nistet hier auch der seltenste tschechische Entenvogel, die Kolbenente.

Tabulová, Růžový vrch und Kočičí kámen

Dieses Schutzgebiet liegt nördlich von Mikulov. Am Fuße der Stolová hora (458 m ü. M.) erstreckt sich ein Steppenrasen mit vielerlei seltenen Pflanzen (so etwa Silberblatt-Salbei, der in Tschechien nur an dieser einen Stelle vorkommt, daneben die Große Kuhschelle, die Nelkenart Dianthus lumnitzeri palavienis, weiter Sand-Schwertlilie, Federgras, Türkenbund-Lilie und andere). An Insekten treten etwa Hirschkäfer, Feldgrille, Libellen-Schmetterlingshaft oder Russischer Bär auf, an Säugetieren ist hier der Feldhamster heimisch.

Auf dem Kamm des Růžový vrch finden sich verschiedene Karsterscheinungen wie Erdfälle oder verwitterte Felsenfenster. Die Felssteppen zeigen Arten wie Kalk-Blaugras, Trauben-Steinbrech, Steppen-Greiskraut, Badener Rispengras und andere. Auf den Steppenterrassen gedeihen Scharfer Mauerpfeffer, Weißer Mauerpfeffer und Fransenhauswurz. An den Nordosthängen blühen im zeitigen Frühjahr zahlreiche Schneeglöckchen. Im Reservat kommen die für Steppen typischen Insekten vor (z. B. Blauflügelige Ödlandschrecke, Gottesanbeterin und weitere). In den Gebüschen nisten Neuntöter, Sperbergrasmücke, Gelbspötter, Turteltaube, Nachtigall oder Schwarzkehlchen. Auf zwei steilen Felsklippen erhebt sich auf dem Gipfel des Růžový vrch die Burgruine Sirotčí hrádek.

Auch auf der nahegelegenen kleineren Kalkformation Kočičí kámen (351 m ü. M.) gedeiht zwischen Weingärten eine wärmeliebende Steppenflora (u. a. Blauschwingel, Badener Rispengras, Walliser Schafschwingel), während sich im westlichen Teil des Reservats eine Wiesensteppe mit Fieder-Zwenke findet.

Liščí vrch

Auch das Naturschutzgebiet Liščí vrch zeigt eine Steppenvegetation, wobei hier der Zotten-Lein seine größte Population in Tschechien aufweist. An besonders geschützten Pflanzenarten kommen hier unter anderem auch Violette Königskerze, Frühlings-Adonisröschen, Zwergschwertlilie, Gewöhnliche Kugelblume, Niedriges Leinblatt, Großes Windröschen, Goldhaaraster oder Sibirische Glockenblume vor. Neben den Schmetterlingsarten Schwarzer Apollo, Segelfalter und Wiener Nachtpfauenauge wurde am Liščí vrch auch die Blaue Holzbiene beobachtet. In großer Zahl nisten hier etwa Grauammer, Neuntöter, Sperbergrasmücke, Turteltaube, Feldlerche und Wendehals.

Milovická stráň

Für das Naturreservat Milovická stráň sind wärmeliebende Eichenwälder mit einem artenreichen Unterwuchs sowie Steppenrasen und Wiesensteppen typisch. Die Flora des Schutzgebiets zählt mehr als 200 Arten, darunter beispielsweise Große Kuhschelle, Zwergschwertlilie, Bunte Schwertlilie, Esparsetten-Tragant, Immenblatt, Christusauge, Aufrechte Waldrebe oder Großes Windröschen. Verzeichnet wurde hier auch der einzige Standort der Gamander-Sommerwurz in Tschechien. Als eine steppentypische Insektenart ist hier der Matte Pillenwälzer anzutreffen. An den Waldrändern haben Schwarzkehlchen, Wespenbussard, Wendehals, Grauspecht, Baumpieper und andere ihre Nester.

Anenský vrch

Den Anenský vrch bedeckt eine Steppenbrache mit vereinzelten Gebüschen, es kommen hier mehrere geschützte Pflanzenarten vor. Verzeichnet wurde hier auch ein großer Bestand an Wachteln.