Mikulov

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BeispielbildMikulov entstand an einem uralten Handelsweg, der von Wien nach Norden führte. Die ursprüngliche Ansiedlung lag etwas abseits ungefähr an der Stelle der heutigen Česká-Straße. Das heutige Zentrum mit dem Stadtplatz unter dem Schloßberg war erst das Werk der Kolonisierung im 13. Jahrhundert. Als die Stadt 1279 das Privileg zur Abhaltung eines Wochenmarkts erhielt, fungierte als Marktplatz eine trichterförmig aufgeweitete Straße, die sich im südlichen Teil des heutigen Stadtplatzes befand und bis zur jetzigen Vídeňská-Straße reichte. Die Bebauung konzentrierte sich nur rund um den Marktplatz, alle Häuser waren aus Holz. Der heutige Grundriß des Stadtplatzes mit der Kirche Sankt Wenzel in der nördlichen Ecke ist das Ergebnis eines grundlegenden Umbaus der Stadt nach der großen Feuersbrunst von 1584. Ergebnis des wohldurchdachten Projekts war die Schaffung eines Paradeplatzes auf dem Weg zum Schloß mit ansehnlichen Bürgerhäusern, dem Rathaus und der Loretokirche Sankt Anna. Im Grunde kam es zur Verlagerung des gesamten Stadtkerns in Richtung Nordosten. Beim Wiederaufbau der Stadt kamen nur noch Stein und Ziegel zur Verwendung, die ältesten erhaltenen Häuser am Stadtplatz haben einen Renaissancekern und stammen gerade aus den Jahren des Wiederaufbaus der Stadt. Von der älteren Bebauung hat sich nichts erhalten, wenngleich an manchen Stellen davon auszugehen ist, daß die ursprünglichen mittelalterlichen Parzellen beibehalten wurden. Es war offenbar geplant, den gesamten Stadtplatz mit Laubengängen zu umgeben, um den Fußgängern Schutz vor den Unbilden des Wetters zu bieten, umgesetzt wurde dieses Vorhaben jedoch nur bei der Häuserfront auf der Seite des Schloßbergs.