St. Sebastiankirche

Diese Kapelle auf dem Heiligen Berg, der ursprünglich Tanzberg hieß, stellt ein von weitem sichtbares Wahrzeichen von Mikulov dar. Der Grundstein wurde am 2. Juli 1623 feierlich gelegt. Ein Jahr zuvor war Mikulov und das Umland von der Pest heimgesucht worden.

Um seine Dankbarkeit gegenüber Gott dafür auszudrücken, dass die Pestepidemie überwunden wurde, hat der Olmützer Bischof Kardinal Franz Seraph von Dietrichstein beschlossen, die St. Sebastiankapelle zu errichten. Der Bau der Kapelle, deren Renaissancearchitektur mit ihrem Grundriss an den Petersdom in Rom hätte erinnern solle, hat sich allerdings bis ins Jahr 1630 verzögert. Damals hat es auf dem Gipfel des Heiligen Berges bereits den Kreuzweg mit sieben Kreuzwegkapellen gegeben.

Nachdem die ursprüngliche St. Sebastiankapelle bereits im Jahre 1663 niedergebrannt war, wurde in den Jahren 1672–1679 an ihrer Stelle ein neues, größeres Gotteshaus erbaut. Es handelt sich um den jetzigen, ausgerichteten Zentralbau auf dem Grundriss eines griechischen, gleicharmigen Kreuzes. Durch den Anbau einer barocken Sakristei an die Ostfront der Kapelle im Jahre 1714 bekam das Bauwerk sein jetziges Aussehen.

Infolge josephinischer Reformen wurde der Kapelle im Jahre 1786 leider die Weihe entzogen und ihre Einrichtung sowie Ausstattung wurden versteigert. Um das Jahr 1802 diente das Bauwerk dem Militär als Zeughaus und Pulverturm, später wurde auf dem Bergrücken eine Weide für Schafe eingerichtet, die bei Schlechtwetter in der Kapelle Unterschlupf fanden. Dadurch verfiel sie immer mehr, bis im Jahre 1846 ein stürmisches Gewitter selbst die letzten Stücke des halbverfallenen Daches davontrug.

Erst mit dem Amtseintritt des Propstes Augustin Bartenstein im Jahre 1861 verstärkten sich die Bemühungen, den vergangenen Ruhm der Bauwerke auf dem Heiligen Berg wieder aufleben zu lassen. Bereits im darauffolgenden Jahr begannen die Sanierungsarbeiten, die in der feierlichen Wiedereinweihung der St. Sebastiankapelle am 8. September 1865, an der über 15 tausend Gläubige teilgenommen haben, gipfelten. Es begann eine neue Tradition, bei welcher der Kreuzweg auf den Heiligen Berg bei der Wallfahrt zur Nikolsburger Schwarzen Madonna von Loretto absolviert wurde.

Jedes Jahr wurden unerlässliche Erhaltungsarbeiten durchgeführt, um etwa die häufigen Wetterschäden, vor allem durch Sturmeinwirkung, zu beheben. Die letzte Gesamtsanierung der Innen- und Außenräume der St. Sebastiankapelle erfolge in der Zeit von 1989 bis1995.

Öffnungszeiten

  • erster Sonntag im September – Marienwallfahrt