Mikulov

Erneuerung des Kreuzweges in Mikulov

Der Heiligenberg-Kreuzweg in Mikulov zählt in den tschechischen Ländern zu den besterhaltenen Kreuzwegen.

BeispielbildDie widrigen Witterungsverhältnisse, denen die Gipfelbauten des Heiligen Berges ausgesetzt sind, machen ihnen zu schaffen und verursachen an ihnen häufig Schäden. Im Laufe der Jahrhunderte mussten die Bauwerke wiederholt instand gesetzt werden. Da seit der letzten Instandsetzung der Kreuzwegobjekte, die von 1989 bis 1997 stattfand, ca. 20 Jahre vergangen waren, machte ihr baulicher Zustand eine erneute Instandsetzung notwendig. In Anbetracht der Aufwendigkeit der Instandsetzung eines solchen einmaligen, das äußere Stadtbild prägenden Kulturdenkmals hat sich auch die Stadt Mikulov den Vorbereitungen auf die Erneuerung des Kreuzweges angeschlossen. Zu diesem Zweck traf sie die Entscheidung, sich die einzelnen Objekte von der Kirche vorübergehend auszuleihen, um sie als Leihnehmerin instand zu setzen. Im Jahre 2009 wurde das erste Projekt für eine Gesamtrenovierung des Kreuzweges erarbeitet, dessen Vorhaben es war, nicht nur die bauliche Substanz aller Kreuzwegobjekte, sondern auch deren Innenschmuck zu erneuern bzw. zu ergänzen. Da es jedoch nicht gelang, eine Förderung für die Instandsetzung des gesamten Kreuzweges zu bekommen, sind nach und nach zahlreiche Teilaktivitäten entstanden, denen zu verdanken ist, dass nun die gesamte Kreuzweganlage in Stand ist.

Erneuerung der Heilig-Grab-Kapelle

Die Renovierung der Heilig-Grab-Kapelle war die erste Aktivität, mit der man begonnen hat, den Kreuzweg zu erneuern. Die Kapelle wurde vom Eigentümer des Gebäudes – der r. k. Pfarrei der Kirche St. Wenzel, Mikulov von 08/ 2009 bis 05/2010 wieder hergestellt, dies dank einer finanziellen Förderung aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes im Rahmen der Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie der örtlichen Aktionsgruppe für das Gebiet um Mikulov. Das gesamte Geldvolumen der Maßnahme betrug ca. 1,1 Millionen CZK. Im Rahmen dieses Projektes wurden die gesamte Außenwand des Gebäudes, der Innenputz, die Böden, das Eingangsgitter instand gesetzt. Zugleich wurde die Christusstatue restauriert.

Spenden per SMS

Am Projekt zur Rettung der Heiligenbergkapellen wurde auch die breite Öffentlichkeit beteiligt, die mit SMS-Spenden zu deren Instandsetzung beitragen konnte. Die Spendenaktion wurde von der Stadt Mikulov unter Mitwirkung des Vereins der Freunde von Mikulov organisiert und dauerte von 04/2012 bis 09/2014. Während ihrer Abhaltung kamen auf dem Spendenkonto über 130 tausend CZK zusammen. Im Jahre 2013 wurde aus diesen Mitteln die Restaurierung der in der Kapelle Nr. 7 stehenden Jesusstatue gezahlt. Die Arbeiten wurden von Studenten der Fakultät für Restaurierung der Universität Pardubice ausgeführt. Die Maßnahme kostete 81 tausend CZK. Für das restliche Geld wurde im Jahre 2014 in der Kapelle Nr. 12 von der Schmiede Duben aus Horní Věstonice ein neues Metallgitter angefertigt.

Förderung aus dem ROP SÜDOST

Im Rahmen des Projektes „Erneuerung und Nutzung der historischen Kulturlandschaft am Standort „Svatý kopeček Mikulov“ ist es der Stadt Mikulov gelungen, aus dem Regionalen Operationellen Programm ROP Südost einen 85%igen Zuschuss zu den gesamten Projektkosten von 7,7 Millionen CZK zu erhalten. Mit dem von 09/2013 bis 06/2015 realisierten Projekt wurde bezweckt,  die Außenwände der St. Sebastiankapelle sowie den Glockenturm komplett instand zu setzen, der auch innen renoviert und mit einer  ständigen Ausstellung über die Geschichte des Kreuzweges versehen wurde. Vom Projekt war auch die  Zugangstreppe zur Heilig-Grab-Kapelle erfasst, deren Baufälligkeit behoben werden musste. Außerdem wurde der Themenweg Svatý kopeček in Mikulov einschließlich der Ruheplätze errichtet.

Förderungen aus dem Kleinprojektefonds

Die Stadt Mikulov hat von 11/2011 bis 12/2012 das Projekt „Záchrana kapliček na Svatém kopečku (Rettung der Heiligenbergkapellen)“ realisiert, in dessen Rahmen die in den Kapellen Nr. 1, 4 und 5 befindlichen Statuen wiederhergestellt wurden. Durch die Erneuerungsarbeiten wurden bei insgesamt 8 Statuen, die sich in den genannten Kapellen befanden, der Stein und die Polychromie restauriert. An der Aktivität war als ausländischer Partner die österreichische Gemeinde Falkenstein beteiligt. Finanziert wurde das Projekt aus dem Kleinprojektefonds Südmähren – Niederösterreich und sein gesamtes Finanzvolumen betrug ca. 600 tausend CZK.

Im darunter stehenden Abschnitt finden Sie eine Beschreibung der durchgeführten Arbeiten + Fotos – siehe Kapellen Nr. 1, 4 und 5.

Bauliche Erneuerung der Kapellen auf Svatý kopeček in Mikulov

Kapelle Nr. 1
Adoptiert von: Aleš Strobl, Mikulov
Stand der Außenrenovierung: Im Zeitraum 03-05/2011 wurde die unmittelbare Umgebung von angeflogenen Gehölzen befreit, das Dach und die Vorderfront wurden erneuert. Im 09/2012 wurde der Innenputz erneuert. Übrig bleibt nur noch die Außenwand, die an drei Seiten zu erneuern ist.
Erneuerung des Innenschmucks: Im 08/2012 wurden der Stein sowie die Polychromie beider Statuen restauriert. Das Gitter wurde erneuert. Die Maßnahme wurde von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unter Beteiligung der Stadt Mikulov mitfinanziert – siehe oben.

Kapelle Nr. 2
Adoptiert von: Vojtěch Vymyslický, s.r.o., Brno
Stand der Außenrenovierung: Im 06/2012 war die unmittelbare Umgebung nach Säuberungsarbeiten von angeflogenen Gehölzen befreit. Darauf wurden das Dach, der Innen- sowie der Außenputz renoviert. Außerdem wurde die aus Ziegeln hergestellte Eingangstreppe komplett instand gesetzt. Erneuerung des Innenschmucks: Gesponsert wurde die Restaurierung des Statuenschmucks von S:LUKAS, s.r.o., Brno. Im 11/2011 wurde die Statue gesäubert. Im 09/2012 wurde die steinerne Substanz der Statue gefestigt und ergänzt. Seit 11/2012 ist die farbliche Polychromie der Statue wieder hergestellt.

Kapelle Nr. 3
Adoptiert von: Jana Pirogovová, Mikulov
Stand der Außenrenovierung: Im 12/2013 wurde der lose Verputz abgeschlagen. Außerdem wurde das repartierte Gitter montiert. Seit 05/2014 sind die Außenputze ausgebessert.
Erneuerung des Innenschmucks: Von 07/2013 bis 11/2013 wurden bei allen drei Statuen der Stein und die Polychromie restauriert. Die komplette Restaurierung der Statuen ist der finanziellen Unterstützung zu verdanken, die das Kulturministerium, die Region Südmähren und die Stadt Mikulov leisteten. Um die Statuen vor dem durchsickernden, aus den Felsspalten hervortretenden Niederschlagswasser zu schützen, wurden die Statuen vorübergehend von einem schützenden Baldachin überdacht.

Kapelle Nr. 4
Adoptiert von: Pavel Šuba – Dachdeckerei, Mikulov
Stand der Außenrenovierung: Im 11/2011 wurden die Umgebung sowie das Dach der Kapelle vom Anflug befreit. Der lose Verputz und die losen Dachteile der Kapelle wurden entfernt. Im 04/2012 wurde das Dach repariert. Im 06/2012 wurden die Außenputze sowie die Eingangstreppe ausgebessert. Im 08/2012 wurde der Verputz mit einem Anstrich versehen. Der Boden wurde gereinigt. Im 11/2012 wurden das reparierte Eingangsgitter und die Seitenfenstergitter montiert.
Erneuerung des Innenschmucks: Im Oktober 2012 wurde bei allen 3 Statuen der Stein restauriert. Dabei wurden die fehlenden Teile ergänzt. Mitfinanziert wurde diese Erneuerung von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unter Beteiligung der Stadt Mikulov– siehe oben. Von 08 bis11/2013 wurde die 2. Phase realisiert: Restaurierung der Polychromie aller drei Statuen + bei den Schergen wurde die Geißel ergänzt, die gefehlt hatte. Die Realisierung der Arbeiten ist der finanziellen Unterstützung zu verdanken, die das Kulturministerium, die Region Südmähren und die Stadt Mikulov leisteten.
Somit ist die Kapelle komplett renoviert.

Kapelle Nr. 5
Adoptiert von: Michal Marcinčák, Mikulov
Stand der Außenrenovierung: 05/2012: Befreiung der Umgebung der Kapelle vom Anflug; 07/2012: Ausbesserung des Daches sowie der Außen- und Innenputze; 09/2012: Montage des reparierten Gitters und Anstrich der Verputze. Übrig bleibt noch der äußere beschädigte Verputz, dessen Ausbesserung noch nicht komplett fertig ist.
Erneuerung des Innenschmucks: Im 08/2012 wurden bei allen drei Statuen der Stein und die Polychromie restauriert. Mitfinanziert wurde die Restaurierung von der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unter Beteiligung der Stadt Mikulov– siehe oben.
 
Kapelle Nr. 6
Adoptiert von: Radovan Král, Mikulov
Stand der Außenrenovierung: Im 06/2012 erfolgte eine umfassende Erneuerung der Kapelle, in deren Rahmen der umliegende Raum gesäubert, das Dach repariert, der Innen- und der Außenputz inkl. Anstriche sowie das Eingangsgitter ausgebessert wurden.
Erneuerung des Innenschmucks: Von 06 bis 10/2011 wurde die 1. Phase – die Restaurierung der steinernen Substanz der beiden Statuen – realisiert. 08/2012: Ausführung der 2. Phase, bei der an beiden Statuen die Polychromie restauriert wurde. Die umfassende Restaurierung der Statuen ist der finanziellen Unterstützung zu verdanken, die das Kulturministerium unter Beteiligung der Stadt Mikulov leistete.
Somit ist die Kapelle komplett renoviert.

Kapelle Nr. 7
Adoptiert von: Ivo Hrdlička, Mikulov
Stand der Außenrenovierung: Im 11/2011 wurden die Umgebung sowie das Dach der Kapelle von angeflogenen Gehölzen befreit. Der Verputz wurde außen und innen beseitigt. 08/2012: Dachreparatur und Ausbesserung des Verputzes, dies sowohl außen als auch innen. 11/2012: Montage des reparierten Eingangsgitters. Es ist nur noch der Vollziegelboden erneut zu verlegen.
Erneuerung des Innenschmucks: Im 11/2013 wurde eine umfassende Restaurierung der Statue abgeschlossen. Die Maßnahme wurde aus dem Erlös der SMS-Spendenaktion finanziert – siehe oben.

Kapelle Nr. 8
Adoptiert von: Keltex, s.r.o., Brno
Stand der Außenrenovierung: Im 05/2012 erfolgte eine umfassende Erneuerung der Kapelle, in deren Rahmen das Dach, der Verputz innen und außen inklusive der Anstriche, der Vollziegelboden, das Gitter und die Eingangstreppe instandgesetzt wurden. Im 12/2013 wurde an der westlichen Seite der Vorderfront das Mauerwerk gegen Feuchtigkeit saniert.  Die Finanzierung wurde von der Stadt Mikulov sichergestellt.
Erneuerung des Innenschmucks: 11/2013: Fertigstellung der erneuerten Wandmalerei „Jesus begegnet Veronika“.  Die Finanzierung wurde von der Stadt Mikulov sichergestellt.

Kapelle Nr. 9
Adoptiert von: Petr Marcinčák, Mikulov
Stand der Außenrenovierung: Im 05/2012 wurde die Umgebung der Kapelle vom Anflug und befreit. Der lose Verputz wurde entfernt. 10/2012: Fertigstellung der Renovierungsarbeiten – Dach repariert, Verputz außen und innen ausgebessert, Vollziegelboden ausgewechselt, Eingangsgitter angestrichen.
Erneuerung des Innenschmucks: 11/2013: Fertigstellung der Replik des Plattenbildes „Jesus fällt unter der Last des Kreuzes“.  Die Finanzierung wurde von der Stadt Mikulov sichergestellt.
Somit ist die Kapelle komplett renoviert.

Kapelle Nr. 10
Adoptiert von: Rotary Club, Uherský Brod
Stand der Außenrenovierung: Im 09/2011 erfolgte eine umfassende Erneuerung der Kapelle, in deren Rahmen der Verputz außen und innen inklusive der Anstriche, der Ziegelboden und die Eingangstreppe instandgesetzt wurden. Zugleich wurde ein neues Gitter angefertigt, das die Eingangsöffnung abschließt. Im 12/2013 wurde an der nördlichen Seite der Kapelle das Mauerwerk gegen Feuchtigkeit saniert.  Die Finanzierung wurde von der Stadt Mikulov sichergestellt.
Erneuerung des Innenschmucks: 11/2013: Fertigstellung der neuen Wandmalerei „Jesus wird seiner Kleider beraubt“.  Die Finanzierung wurde von der Stadt Mikulov sichergestellt.

Kapelle Nr. 11
Adoptiert von: Weingut und Hotel Galant, Mikulov
Stand der Außenrenovierung: Im 04/2012 erfolgte eine umfassende Erneuerung der Kapelle, in deren Rahmen das Dach, der Verputz innen und außen inklusive der Anstriche, der Vollziegelboden und die Eingangstreppe instandgesetzt wurden. Im 12/2013 wurde ein neues Eingangsgitter montiert. Gesponsert wurde die Erneuerung von der Firma KOVO PROKEŠ, Mikulov.
Erneuerung des Innenschmucks: 11/2013: Fertigstellung der Restaurierung eines Freskos von Rudolf Gajdoš.  Die Finanzierung wurde von der Stadt Mikulov sichergestellt.
Somit ist die Kapelle komplett renoviert.

Kapelle Nr. 12
Adoptiert von: IMAGO v.o.s. (OHG), Brno
Stand der Außenrenovierung: Im 08/2012 erfolgte eine umfassende Erneuerung der Kapelle, in deren Rahmen das Dach, der Verputz innen und außen inklusive der Anstriche sowie der Vollziegelboden instandgesetzt wurden. Im 12/2014 wurde ein neues geschmiedetes Eingangsgitter eingebaut. Die Maßnahme wurde teils aus dem Erlös der SMS-Spendenaktion, teils durch die Stadt Mikulov finanziert.

Kapelle Nr. 13
Adoptiert von: Miroslav Zvonek, Věra Karpíšková, Mikulov
Stand der Außenrenovierung: Im 07/2012 erfolgte eine umfassende Erneuerung der Kapelle, in deren Rahmen das Dach, der Verputz innen und außen inklusive der Anstriche, der Vollziegelboden sowie das Eingangsgitter instandgesetzt wurden
Im Jahre 2015 wurde die Kapelle zum Thema „Kreuzabnahme“ innen neu gestaltet.

Kapelle Nr. 14
Adoptiert von: Ehepaar Leskovjan, Mikulov
Stand der Außenrenovierung: Im Jahre 2013 wurde die Dacheindeckung mit Hilfe einer Decksicht aus Seifenbeton ausgebessert. Die verwitterten Innen- und Außenputze wurden entfernt. Neuer Unterputz wurde ausgeführt. Im 07/2015 wurde die Innen- und Außensanierung des Verputzes fertig gestellt. Das restaurierte Eingangsgitter wurde wieder eingebaut. Im Jahre 2015 wurde die Kapelle zum Thema „Auferstehung“ innen neu gestaltet.

Sonstige Aktivitäten

Beteiligung von Sponsoren an der an der Erneuerung der Kapellen: Die Firma KEIM s.r.o. und die Gesellschaft Krkonošské vápenky Kunčice, a.s. (Pelsdorfer Riesengebirge-Kalkwerke) haben zu stark ermäßigten Preisen ihre – für die Erneuerung der denkmalgeschützten Bauwerke bestimmten – Produkte, namentlich hochwertige Anstriche bzw. Putzmischungen geliefert, mit denen der überwiegende Teil der Kapellen instand gesetzt wurde.

Karitative Aktivitäten: Im Juni 2011 wurde das Bild des Brünner Malers und Grafikers Jánuš Kubíček „Pohled na Mikulov (Ansicht von Mikulov)“ versteigert, das dessen Sohn Adam Kubíček gewidmet hatte. Einen Teil des durch die Versteigerung erzielten Erlöses hat die Stadt dazu verwendet, um damit den Eigenbeitrag einer Förderung zu decken, die das Kulturministeriums für die Realisierung der 1. Restaurierungsphase zweier in der Kapelle Nr. 6 befindlichen Statuen gewährt hat.
Im Jahre 2012 hat die Stadt Mikulov von einer natürlichen Person eine zweckgebundene Gabe von 1 Million CZK übernommen, die nur für die Instandsetzung der Bauwerke des Kreuzweges auf dem Heiligen Berg verwendet werden durfte. Diese Geldmittel wurden im Jahre 2014 genutzt, um die Instandsetzung mitzufinanzieren, der die St. Sebastiankapelle, der Glockenturm und die Treppe zur Heilig-Grab-Kapelle unterzogen wurden.