St. Sebastiankapelle

Diese Kapelle auf dem Heiligen Berg, der ursprünglich Tanzberg hieß, stellt ein von weitem sichtbares Wahrzeichen von Mikulov dar. Der Grundstein wurde am 2. Juli 1623 feierlich gelegt. Ein Jahr zuvor war Mikulov und das Umland von der Pest heimgesucht worden.

BeispielbildUm seine Dankbarkeit gegenüber Gott dafür auszudrücken, dass die Pestepidemie überwunden wurde, hat der Olmützer Bischof Kardinal Franz Seraph von Dietrichstein beschlossen, die St. Sebastiankapelle zu errichten. Der Bau der Kapelle, deren Renaissancearchitektur mit ihrem Grundriss an den Petersdom in Rom hätte erinnern sollen, hat sich allerdings bis ins Jahr 1630 verzögert. Damals hat es auf dem Gipfel des Heiligen Berges bereits den Kreuzweg mit sieben Kreuzwegkapellen gegeben.

Die St. Sebastiankapelle ist ein ausgerichteter Zentralbau, der auf dem Grundriss eines gleicharmigen griechischen Kreuzes steht. Durch den Anbau einer barocken Sakristei an die Ostfront der Kapelle im Jahre 1714 bekam das Bauwerk sein jetziges Aussehen.

Infolge josephinischer Reformen wurde der Kapelle im Jahre 1786 die Weihe entzogen und ihre Einrichtung sowie Ausstattung wurden versteigert. Um das Jahr 1802 diente das Bauwerk dem Militär als Zeughaus und Pulverturm, später wurde auf dem Bergrücken eine Weide für Schafe eingerichtet, die bei Schlechtwetter in der Kapelle Unterschlupf fanden. Dadurch verfiel sie immer mehr, bis im Jahre 1846 ein stürmisches Gewitter selbst die letzten Stücke des halbverfallenen Daches davontrug.

BeispielbildErst mit dem Amtseintritt des Propstes Augustin Bartenstein im Jahre 1861 verstärkten sich die Bemühungen, den verblassten Ruhm der auf dem Heiligen Berg stehenden Bauwerke wieder aufleben zu lassen. Bereits im darauffolgenden Jahr begannen die Sanierungsarbeiten, die in der feierlichen Wiedereinweihung der St. Sebastiankapelle am 8. September 1865, an der über 15 tausend Gläubige teilgenommen haben, gipfelten. In jenem Jahr begann eine neue Tradition der Kreuzwegprozessionen auf den Heiligen Berg anlässlich der Wallfahrt zur Nikolsburger Schwarzen Madonna von Loretto.

Jedes Jahr wurden unerlässliche Erhaltungsarbeiten durchgeführt, um etwa die häufigen Wetterschäden, vor allem durch Sturmeinwirkung, zu beheben. Die letzte Gesamtsanierung der Innen- und Außenräume der St. Sebastiankapelle erfolge in der Zeit von 2014 - 2015.

Öffnungszeiten

JuliMitte Sepember
Samstag 10.00–16.00 Uhr
Sonntag 10.00–14.00 Uhr

Die Objekte sind auch im Rahmen folgender Veranstaltungen zugänglich:

  • erster Sonntag nach dem 20. Januar – Winterwallfahrt zum Patron der St. Sebastiankapelle
  • Karfreitag – Aufstieg auf den Heiligen Berg mit Kreuzwegandacht
  • Samstag vor Pfingsten – fünfzigster Tag nach Ostersonntag – Abendgottesdienst auf dem Heiligen Berg
  • erster Sonntag im September – Marienwallfahrt
  • zweites Septemberwochenende – Prozession auf den Heilig Berg – Pollauer Weinlesefest