Mikulov

St. Wenzel-Kirche

Die Sankt Wenzel-Kirche steht an der Stelle der ursprünglichen, meistens in das ausgehende 12. Jahrhundert datierten, romanischen Kirche. Das heutige Bauwerk stammt im Kern aus dem beginnenden 15. Jahrhundert. Sein Aussehen geht auf Umbauten zurück, die im 16. und vor der Mitte des 17. Jahrhunderts erfolgten. Seit 1625 ist sie Sitz eines Kollegiatkapitels.


BeispielbildDie heutige, in historischer Dorflage befindliche Sankt Wenzel-Kirche wurde erst später in die Stadt Mikulov eingemeindet. Möglicherweise gab es an derselben Stelle bereits im ausgehenden 12. Jahrhundert eine romanische Kirche, die jedoch erstmals im Jahre 1276 urkundlich belegt ist. Es ist nicht bekannt, wie die Kirche ursprünglich ausgesehen hat. Der heutige Bau stammt im Kern aus dem beginnenden 15. Jahrhundert und entstand unter der Leitung eines auf Peter Parler ausgerichteten Baumeisters. Die Fertigstellung des Kirchenbaus wurde gewaltsam durch den Einfall der Hussiten in die Stadt im Jahre 1426 unterbrochen. Der Neubau brannte aus und wurde zerstört. Die lange Zeit nur provisorisch instand gesetzte Kirche brannte im Jahre 1584 wieder aus. Ein Jahr darauf wurde bereits unter der Herrschaft der bedeutendsten Akteure der Rekatholisierung, der Familie von Dietrichstein der Kirchenturm um eine Wohnetage erhöht. Darin befanden sich eine Wohnung für den Turmwächter und ein Bogengang. Die Fertigstellung erfolgte aber erst um ca. 1640 durch neue Einwölbung eines dreischiffigen Langhauses mit einer neuen Stuckverzierung. Hinzugebaut wurde auch eine Sakristei mit einer Musikempore. Die gotischen Fenster wurden verändert und erhielten ihr heutiges Aussehen. Das Langhaus wurde mit Seitenanbauten versehen. Es handelt sich um die Marienkapelle und um das Herrenoratorium mit einem überdachten Gang, der in Richtung des Schlosses führt. Im Jahre 1642 wurde im Turm eine große Glocke montiert, auf deren Relief der Kalvarienberg und die Figur des Propstes Jiří Otislav von Kopenice abgebildet war. Damals hat die Wenzelskirche schon einige Jahre lang das 1625 vom Kardinal Franz von Dietrichstein gegründete und bis heute in Mikulov wirkende Kollegiatkapitel beherbergt. Das ist eine Körperschaft von Weltgeistlichen (Kanonikern) an einer Kirche, an der, ohne dass sie Bischofs-(Kathedral-)Kirche ist, eine Mehrzahl von Geistlichen tätig ist. In der Zeit von 1762-1775 erhielt die Kirche eine neue Innenausstattung einschließlich einer neuen Orgel. Auch das Turmdach wurde renoviert. Im Jahre 1846 wurde auch die eigentliche Kirche neu überdacht. Was die Innenausstattung anbelangt, verdienen der Hauptaltar mit dem monumentalen Bild der Ermordung des Hl. Wenzel von Franz Anton von Freenthal und vor allem die Madonna Statue mit einem Kind aus Zedernholz im Altar der nördlichen Lorettokapelle der Jungrau Maria besondere Aufmerksamkeit. Die erwähnte Statue stand ursprünglich in der Lorettokirche der Hl. Anna. In die nördliche Nische des Presbyteriums wurden nach 1784 Marmorepitaphe des Freiherren Wenzel Wilhelm Popel von Lobkowitz (+1626) und seiner Gattin Gräfin Margaretha Franziska, Geborene von Dietrichstein (+1617) mit Porträts der Verstorbenen eingebaut. Außen an der Kirchenmauer befinden sich viele, aus der zweiten Hälfte des 16. und aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammende Grabsteine.

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