Mikulov

Kollegiatkapitel

Ausstellung über das privilegierte Nikolsburger Kollegiatkapitel sowie über die St. Wenzel Kirche von Mikulov

Das Kollegiatkapitel Sankt Wenzel in Mikulov wurde durch Kardinal Franz von Dietrichstein mit päpstlicher Einwilligung im Jahr 1625 gegründet. Aufgabe des Propstes und der vier Chorherren waren die Seelsorge in der Stadt und die Abhaltung regelmäßiger Gebete, im Jahr 1772 erhöhte sich nach der Herausgabe neuer Statuten des Kapitels die Zahl seiner Mitglieder auf acht. An der Spitze des Kapitels standen bis zum heutigen Tag fünfundzwanzig Pröpste, wobei eine Reihe von ihnen zu den herausragenden Persönlichkeiten ihrer Epoche gehörte, während sich andere wiederum um das Kapitel, seine materielle Ausstattung und seine bauliche Gestalt verdient machten. Neben dem Kapitel in Mikulov bestehen in Mähren noch weitere drei – in Brno, Olomouc und Kroměříž.

Nähere Infos

Das Kollegiatkapitel Sankt Wenzel in Mikulov wurde mit der Einwilligung Papst Gregors XV. am 22. August 1625 durch Kardinal Franz von Dietrichstein gegründet. Zum ersten Propst des Kapitels wurde Jiří Otislav z Kopenic ernannt, bis dahin Pfarrer und Dekan von Mikulov (diese Ämter waren fortan mit der Würde des Propstes des Kapitels verbunden). Aufgabe des Propstes und der vier Chorherren waren in erster Linie die Seelsorge in der Stadt sowie die Abhaltung genau festgelegter täglicher Gebete. Die materielle Ausstattung der neuen Institution bestritt der Kardinal aus seinen Einkünften, im späteren Jahren wurde sie weiter vermehrt. Die Gründung des Kapitels als des vierten im Lande trug wesentlich zum Ruf Nikolsburgs als der seinerzeit größten landesfürstliche Stadt in Mähren bei. Das Amt des Nikolsburger Propstes wurde nach einer Verfügung des Gründers immer auf Vorschlag des Inhabers der Herrschaft besetzt, kirchlich unterstand das Kapitel bis 1783 dem Bischof bzw. Erzbischof von Olmütz, seither dem Brünner Bischof. Ein Jahr später entstand in Mikulov eine zweite Pfarrgemeinde bei der Kirche St. Johannes der Täufer, deren Seelsorger seither immer ein Mitglied des Kapitels ist. Seit Beginn an lebte der Propst mit seinen Chorherren in Häusern bei der Kirche Sankt Wenzel. Diese erhielten durch einen umfassenden Umbau Ende des 18. Jahrhunderts unter Propst Peter Reharmont ihre heutige Gestalt. Nach der Herausgabe neuer Statuten des Kapitels im Jahr 1772 erhöhte sich die Zahl seiner Mitglieder auf acht.
An der Spitze des Kapitels standen bis zum heutigen Tag fünfundzwanzig Pröpste, wobei eine Reihe von ihnen zu den herausragenden Persönlichkeiten ihrer Epoche gehörte. Zu diesen zählen zweifellos auch die zwei letzten Pröpste, Vladimír Nováček und der amtierende Propst Stanislav Krátký, die beide in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts von den Kommunisten inhaftiert wurden. Aus früheren Zeiten sei Nicolaus Dufour von Vionna (Propst von 1781 bis 1809) genannt, der von Kaiser Joseph II. ausgesandt wurde, die schweren konfessionellen Konflikte in den Österreichischen Niederlanden zu beruhigen, und der sich außerdem sehr ernsthaft mit Alchimie befaßte und so auch Fürstin Maria Christina von Dietrichstein bei Experimenten in ihrem Labor im Schloß behilflich war. Weiter dürfen Vinzenz Weintridt (Probst von 1843 bis 1849), ein herausragender Denker und Theologe, oder der Schriftsteller Karl Landsteiner (Propst von 1886 bis 1909) nicht unerwähnt bleiben. Andere Pröpste wiederum machten sich um die materiellen Verhältnisse des Kapitels verdient oder hinterließen ihre Handschrift in der baulichen Gestalt der Kirche und der Propstei. Auf der anderen Seiten hielten etliche Pröpste auch trotz ihrer Pflicht zur Residenz dieses Amt nur als eine von vielen Präbenden, aus denen sie lediglich materiellen Nutzen zogen.

Kontakt

  • Zámek 1
  • 692 15 Mikulov
  • Tel.: +420 519 309 019
  • e-mail: rmm@rmm.cz

Öffnungszeiten

  • April und Oktober
    Dienstag – Sonntag 9.00 – 16.00 Uhr
  • Mai, Juni, September
    Dienstag – Sonntag 9.00 – 17.00 Uhr
  • Juli – August
    Dienstag – Sonntag 9.00 – 18.00 Uhr

 

Eintritt

  • Vollpreis 20 CZK
  • Ermäßigt 10 CZK