Mikulov

Gründer des Insel-Areals

Sein vermutlicher Gründer, Franz Seraph Kardinal von Dietrichstein, hat dieses Areal irgendwann nach seiner Übernahme der Mikulover Domäne nach dem Ableben seines Bruders Maximilian im Jahre 1611 errichten lassen. Vom Jahre 1629 datiert eine Abschrift des Urbars der Mikulover Domäne, in der die Portz Insel an mehreren Stellen erstmals erwähnt wird. In vorherigen Urbaren finden wir dagegen über das Portz-Gelände keine Eintragungen. Aus dem 1629er Urbar wissen wir, dass sich ein Lusthaus, ein mit Kunstwerken gezierter Lustgarten, ein Obst- und Gemüsegarten sowie eine Eisgrube gegen Ende des ersten Drittels des 17. Jahrhunderts auf der Portz Insel befanden. Im nach dem Tode des Maximilian II. von Dietrichstein, dem Neffen des Franz Seraph Kardinals von Dietrichstein, abgefassten Urbar vom Jahre 1655, heißt es: „Lust- und Ziergarten genannt auf dem Porz mit Blumenware und allerhand Baumen geziert, allwo auch ein Lusthaus vorhanden“.

Kardinal von Dietrichstein

Franz Seraph Kardinal von Dietrichstein ist eine allgemein bekannte Persönlichkeit der mitteleuropäischen Geschichte der Frühen Neuzeit. Gezielt und bewusst setzte er in Mähren zeitgemäße Konzepte der italienischen rekatholisierenden Kultur um, mit denen er gut vertraut war. Der Geistliche ließ etliche sakrale Bauten in Mikulov errichten, unter anderem Loreto und das Areal des Kreuzwegs auf den Heiligen Berg. Das Lusthaus mit seiner Einfriedung, begleitet von weiteren Gebäuden und opulenten Gärten, sollte auf die Großartigkeit und Noblesse seines Bauherrn, des Fürsten, hinweisen, der sich in der Gesellschaft der höchsten sowohl kirchlichen als auch weltlichen Würdenträger der katholischen Welt bewegte. Quelle: Österreichische Nationalbibliothek, Inv. Nr. PORT_00000091_02.

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