Mikulov

Wissenswertes

Vor Beginn der Arbeiten wurde von der Archeo Moravia-Vereinigung auch eine Metalldetektor-Untersuchung durchgeführt. Man hat unter anderem 3 Münzen, davon zwei Stück Heller aus der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1894 und 1911) und ein Fragment einer Münze mit einem Durchschuss (vermutlich 10-Heller, Tschechoslowakische Sozialistische Republik, von 1953-1976). Ferner wurden Patronenhülsen aus verschiedenen Zeiträumen, meistens aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, aber auch einige Pferdehufeisen gefunden. Die Zusammensetzung der Funde belegt eine neuzeitliche Terraingestaltung der Brückenoberfläche.

Auf der Brücke wurden historische Münzen gegraben

Auf der Brücke wurden historische Münzen gegraben

Die Ruine eines Wirtschaftsgebäudes

Am östlichen Ufer der Insel befand sich ein Wirtschaftsgebäude. Da es nur in Torso erhalten blieb, können wir sein Erscheinungsbild vom 17. Jahrhundert nur hypothetisch rekonstruieren. In der Inselkarte vom Jahre 1785 wird hier ein Gebäude mit einem sehr engen lang gestreckten Grundriss dargestellt, der der Seitenlänge des gegenüberliegenden Bastionplateaus entspricht. Zurzeit befindet sich hier nur noch eine Ruine eines zweistöckigen Gebäudes, an das eine Außenmauer eines einstöckigen Wirtschaftsgebäudes in südlicher Richtung anknüpft. Das Wirtschaftsgebäude wurde der Einfriedungsmauer der Insel angefügt, wobei weitere Wirtschaftsgebäude später an die Einfriedungsmauer angebaut wurden. Am Mauertorso des einstöckigen Wirtschaftsgebäudes sind Reste von Sgraffitoverputz und Verputzchambranen und einige bemerkenswerte Elemente, vor allem eingemauerte Rundfensteröffnungen im Erdgeschoss der östlichen, zum See orientierten Stirnwand ersichtlich.

Historischer Plan der Insel

Historischer Plan mit Darstellung der möglichen Gestaltung der Insel bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Insel als Ort des Amüsements der Aristokraten wird bereits im 1629er Urbar der Mikulover Domäne belegt, in dem das Lusthaus auf der Insel und insbesondere der umliegende Ziergarten beschrieben sind. Ein bedeutsames Ereignis hat das Lusthaus auf der Portz Insel, damals sicherlich bereits mit einer Brücke, im Juli 1672 erlebt. Im Rahmen der Vorbereitungen für den Besuch des Kaisers Leopold I. schreibt der Fürst Dietrichstein in seiner Weisung an den Mikulover Stadthauptmann, dass er auf die kleine Brücke auf die Insel Bruchkies („allerdings keine großen Stücke“) aufschütten lassen soll.
Quelle: MZA, F18-Fonds, Hauptregistratur der Dietrichsteiner in Mikulov, Historischer Plan mit Darstellung der möglichen Gestaltung der Insel bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, nicht datiert, Karte 148. Nachgestaltet.

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