Mikulov

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Die Teiche dienten nicht nur zur Aufzucht und Haltung von Fischen. Das an den Teichufern wachsende Schilfrohr wurde in getrocknetem Zustand oft zur Dacheindeckung oder als Brennstoff verwendet, das gefrorene Wasser wurde im Winter zu Eisblöcken gehackt, die früher zur Lagerung und Aufbewahrung von Lebensmitteln und Getränken in Kellern dienten. Die Teiche begünstigten die für den Weinanbau geeigneten klimatischen Verhältnisse. Sowohl umfangreiche als auch kleinere Teichsysteme als erste große wasserwirtschaftliche Werke stellten den Mühlen, den in vormoderner Zeit bei Weitem wichtigsten Industrieanlagen in der fruchtbaren Landschaft Südmährens, die erforderliche Wasserenergie zur Verfügung.

Mühlen wurden seit dem Hochmittelalter entweder direkt an den vom Thaya-Hauptstrom abgezweigten Mühlengräben, oder eben an den mit kleineren Bächen gespeisten Teichen, wie zum Beispiel die Sedlecký-Mühle am Damm des Portz-Teiches (Neuen Teiches), errichtet.
Allmählicher Niedergang und beinahe völliger Zerfall der Teichfischwirtschaft in Südmähren in moderner Zeit ist auf eine seit Anfang des 19. Jahrhunderts steigende Nachfrage nach Ackerboden zurückzuführen, die ihre Kulmination am Ende des 19. Jahrhunderts erreichte.

Bevölkerungswachstum, damaliges agronomisches Denken, das Einführen von neuen landwirtschaftlichen Produkten, aber auch optimierte agronomische Verfahren brachten die Trocknungslegung von Teichen und Wasserlaufregulierung mit sich.

Von den großen Wasserbecken konnte lediglich der außerordentlich ertragsreiche Nesyt-Teich diese Eingriffe in seiner Vollständigkeit überleben. Der mit dem Eisenbahnkörper (Břeclav-Znojmo-Strecke) reduzierte Portz-Teich wurde nach dem Jahre 1945 erneuert.

Kolorierte Karte des Portz-Teiches bei Mikulov vom Jahre 1786

Kolorierte Karte des Portz-Teiches bei Mikulov vom Jahre 1786. Quelle: MZA in Brünn, F18-Fonds, Hauptregistratur der Dietrichsteiner in Mikulov, Kolorierte Karte des Portz-Teiches bei Mikulov vom Jahre 1786, Karte 102.

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