Mikulov

Sehenswürdigkeiten

Ehrenhof

Der Ehrenhof auf der untersten Ebene der Schloßanlage entstand im Rahmen der baulichen Veränderungen nach der Brandkatastrophe von 1719. Der Figurenschmuck des Ehrenhofs stammt von Ignaz Lengelacher, das zweiflüglige geschmiedete Tor zum Schloßgarten ist das Werk des Kunstschlossers Heinrich Gottfried Forster. Der Ehrenhof, ein wichtiges Element neuzeitlicher Adelssitze, schloß sich direkt an den Paradeplatz auf dem Weg zum Schloß an, wie ihn mit seinen ansehnlichen Bürgerhäusern, dem Rathaus und der Kirche Sankt Anna der Stadtplatz darstellte.

Eingang zum Schloßkeller

In der Vorburg beim sogenannten Räucherturm wurde während des Umbaus der Burg durch Kardinal Dietrichstein ein Trakt mit angebaut, der den 1640 erwähnten Theatersaal beherbergte und darunter ein hohes Kellergewölbe. Hier fand 1643 das 1010,18 hl fassende Riesenfaß für den Weinzehnten, ein Werk des Brünner Faßbinders Christoph Specht, seinen Platz.

Schloßbibliothek

In den Räumen der heutigen Schloßbibliothek befand sich ursprünglich der Theatersaal, erbaut unter Franz von Dietrichstein und erstmals 1640 erwähnt. Die umfangreiche Bibliothek des Kardinals befand sich damals an einem anderen Ort und wurde zum größten Teil von den schwedischen Soldaten erbeutet, die 1645 die Stadt und das Schloß eingenommen hatten und die Bücher in 48 Fässern nach Schweden abtransportierten. Die heutige Bibliothek mit ihren rund 11 000 Bänden stammt erst von den weiteren Generationen der Dietrichsteiner und mit ihnen verwandter Adelsgeschlechter, einen nicht unwesentlichen Teil bilden Bücher aus dem früheren Piaristengymnasium.

Schnabelturm

Der Schnabelturm an der Spitze der nördlichen Vorburg entstand im Rahmen des grundlegenden Umbaus der Burganlagen vor dem Ende des 13. Jahrhunderts durch die Liechtensteiner. Mit der zugespitzten Kante wurden runde Zufluchtstürme versehen, die nur von einer Seite unter Feuer genommen werden konnten, wobei die Spitze gerade in die Richtung des erwarteten Beschusses zeigte. Ähnliche Türme haben in Mähren die Burgen Bítov oder Svojanov, in Böhmen etwa Zvíkov und Strakonice.

Hauptturm

Der schlanke Turm auf einem Felsblock zwischen dem ersten und dem zweiten Innenhof gehört zu den ältesten Bauten auf dem Burgberg. Vor 1380 richteten die Liechtensteiner in seinem Innern die Kapelle der Jungfrau Maria und des hl. Johannes des Evangelisten ein. Bei den Umbauten des Schlosses wurde der Turm mit einer schlanken pyramidenförmigen Spitze versehen, die erst beim Wiederaufbau nach dem Brand von 1945 durch den heutigen barocken Turmhelm ersetzt wurde.