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Concentus Moraviae

Das internationale Musikfestival der 13 Städte CONCENTUS MORAVIAE wird 2008 zum dreizehnten Mal abgehalten. Für die Landesbezirke Südmähren und Vysočina ist es nach wie vor ein Musikereignis von herausragender Bedeutung, das traditionell unter der Schirmherrschaft der beiden Bezirkshauptmänner sowie der Bürgermeister der Festivalorte stattfindet.

BeispielbildDas Festival leistet einen Beitrag zur Entwicklung des Fremdenverkehrs in beiden Regionen und überschreitet in seiner Bedeutung die Grenzen der Tschechischen Republik. Mehr als dreißig Konzerte erklingen im Verlauf des Juni in nahezu zwanzig Städten Südmährens und der Vysočina. Das Festival ist einzigartig in seiner Organisationsstruktur – die Festivalorte treten als Mitveranstalter auf und beteiligen sich intensiv an der Vorbereitung des Festivals. Hierdurch erlangen Bürgermeister wie Kulturreferenten der Städte eine Gelegenheit zu regelmäßigen Begegnungen auf kommunaler Ebene, was auch ihre Zusammenarbeit in anderen Bereichen erleichtert. Durch das Festival erwachen historische Baudenkmäler zu neuem Leben, und dem Publikum wird die Möglichkeit geboten, die beiden Landesbezirke durch erstklassige Konzerte in der inspirierenden Umgebung von Schlössern, Burgen, Kirchen, Synagogen und Museen in reizvollen Städten kennenzulernen.

Dramaturgie

Die Dramaturgie des Festivals konzentriert sich im Jahr 2008 auf das Musikleben in der Visegrád-Region vom Mittelalter bis zum Wiener Kongreß in den Jahren 1814-1815. Das Thema „Alte Musik aus Visegrád“ wird auf mehreren Ebenen angegangen. Wir stellen tschechische, slowakische, ungarische und polnische Komponisten vor, versuchen eine Bestandsaufnahme des Musiklebens in den damaligen Hauptstädten Prag, Preßburg, Ofen und Krakau bzw. Warschau, erkunden die Musikzentren außerhalb der Hauptstädte und auch die Klöster und erwecken Schätze aus privaten und öffentlichen Sammlungen wieder zum Leben. Unter der Leitung von Barbara Maria Willi tragen György Igric (Budapest), Václav Kapsa (Prag), Adrian Rajter (Bratislava) und Marek Dyżewski (Wrocław) durch ihre ungarisch-tschecho-slowakisch-polnische Perspektive zur Schaffung eines komplexen Bilds der damaligen Musikproduktion in Mitteleuropa bei und bereichern es gleichzeitig um einen weiteren, aktuellen Visegráder Aspekt: die gegenwärtige Szene der Interpretation alter Musik in den beteiligten Ländern. Das Jahr 1989 bedeutete das Ende der Informationsbarriere und gab den Raum frei für einen grundlegenden Wandel des Musiklebens in den Visegrád-Staaten. Es entstand hier eine ganze Reihe herausragender Ensembles, die alte Musik auf zeitgenössischen Instrumenten spielen, und so konzentrieren wir uns denn im Jahr 2008 auf Ensembles aus Ungarn, Polen, der Slowakei und der Tschechischen Republik. Ein wichtiger Klangkörper wird in diesem Kontext bestimmt das neu gegründete Visegrad Baroque Orchestra sein.
 
BeispielbildIntention des dramaturgischen Stabs des Festivals ist es, den Reichtum der Visegrád-Länder in Vergangenheit und Gegenwart zu entdecken und ihm Gehör zu verschaffen. Wir wollen nicht nur an ausländische Stars in mitteleuropäischen Diensten (M. Scacchi, J. J. Fux) und erfolgreiche Emigranten aus Visegrád erinnern (die Familien Stamic und Benda, F. Janiewicz), sondern stellen auch Persönlichkeiten vor, die nicht unbedingt in den allgemeinen Musiklexika enthalten sind – so etwa A. Jarzębski, M. Zielenski, B. Pękiel, M. Vogt, A. Reichenauer, V. Jírovec, J. A. Štěpán, F. I. A. Tůma, S. Capricornus, J. Kusser, M. Rózsavölgyi, B. Istvánffy oder B. Bakfark. Wichtige Musikarchive werden uns enthüllen, was wo modern war, welche künstlerischen Richtungen am gegebenen Ort bevorzugt wurden und welche Komponisten zu ihrer Zeit berühmt und allgegenwärtig waren, auch wenn die Musikgeschichte sie später zu Recht oder zu Unrecht vergessen hat. Wir werden das Musikleben an den Höfen in Kroměříž, Krakau, Győr oder Trenčín erleben und Quellen aus Prag, Warschau, Budapest und Preßburg neu entdecken. Da die Visegráder Identität auch auf gemeinsamen religiösen Traditionen basiert, werden wir uns sowohl der Heiligenverehrung (etwa der heiligen Elisabeth von Ungarn oder des Johannes von Nepomuk) als auch komponierenden Ordensbrüdern wie A. Mazak, K. Pelikán, K. Rabovius, P. Roškovský oder P. Bajan widmen. Ein starker gemeinsamer Zug der Visegrád-Länder sind auch ihre Volkstraditionen, die bereits Komponisten der Barockära beeinflußten. Die hanakische Oper vom bösen brandenburgischen Soldaten oder die Volkstänze aus der slowakischen Melodiensammlung, aber auch Werke der Hofkomponisten mit Bezeichnungen wie „alla pollaca“, „alla turca“ oder „hungarica“ zeugen von der Wichtigkeit lokaler Traditionen und gleichzeitig von der Sehnsucht der kulturell übersättigten höfischen Kreise nach Natürlichkeit.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Expedition in die Visegráder Vergangenheit und die mährische Gegenwart.

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