Die Landschaft der heutigen Aue des Včelínek-Flusses (Niklasgraben), der unweit von hier, südlich von Mikulov in Österreich entspringt, hat eine reiche und mannigfaltige Geschichte.

Früher wurde dieses Gelände vermutlich von einem mächtigeren Wasserlauf durchquert, der der Thaya entspricht, die heute die Pollauer Berge nördlich umfließt. Es entstanden hier sedimentäre Böden mit einer ausgeprägten Versalzung sowie mit Schwefelquellen. Diese Bedingungen waren günstig für Errichtung von Teichen, die ersten wurden hier bereits im Mittelalter bewirtschaftet.

In der unmittelbaren Umgebung sind es nun der Neue und der Sedlec-Teich, früher waren es der Šibeník, der Obere und Untere Mušlovský-Teich am Rande der Stadt Mikulov oder in umgekehrter Richtung das Teich-System von Lednice mit dem Nesyt-Teich, dem größten Teich Mährens. Allmählich entstanden hier verschiedenartige, mehr oder weniger von Wasser beeinflusste Biotope. Auf dem Auengebiet finden wir den gemischten Eschen- und Erlen-Wald und gemischte Auwälder; die größten Flächen sind allerdings mit Weidenbusch und Röhricht bedeckt. Örtlich findet man hier Felder und neu am Lusthaus auch Weingärten.

Das Erscheinungsbild der nahen und breiteren Umgebung des Portz Insel-Geländes wurde vom Bau der Eisenbahnstrecke (Břeclav – Znojmo), aber auch durch Errichtung der sogen. Grenzzone wesentlich beeinflusst.

Naturschutz

Auf diesem Gebiet von ungefähr einem Quadratkilometer gilt ein breites Spektrum an unterschiedlichen Arten des Natur- und Landschaftsschutzes. Der Nový-Teich und sein Weiden- und Pappel-Uferbestand nördlich der Eisenbahnstrecke und der Sedlecký-Teich mit Grundstücken bis zu Sedlec bei Mikulov sind Bestandteil des Pálava-Landschaftsschutzgebietes (Pollauer Berge) und stehen unter der I. bis III. Schutzzone, zugleich gehören sie zum Vogelschutzgebiet (Natura 2000), dessen Grenzen der Grenze des Landschaftsschutzgebietes Pálava entsprechen. Gemeinsam mit einem Abschnitt entlang der Staatsgrenze gehört es auch ins Biosphärenreservat Dolní Morava (UNESCO).

Rund um die Portz Insel gibt es mehrere kleinflächige Schutzgebiete. Im Pálava-Landschaftsschutzgebiet, südlich von Mikulov, ragt der Šibeničník-Naturpark empor, in Sichtnähe befindet sich auch der „Mikulover“ Heiliger-Berg-Naturpark, nördlich erstreckt sich der Fuchsberg-Naturpark bzw. das Naturschutzreservat „Slanisko bei Nesyt“ bei der Gemeinde Sedlec bei Mikulov. Sehr attraktiv ist auch die nahe Mušlov-Sandgrube (geplantes Naturdenkmal) mit ihrem Fossilien-Fundort mit Schalen mesozoischer Weichtiere bzw. Haifischzähnen. In direkter Nachbarschaft, allerdings bereits außerhalb des Landschaftsschutzgebiets, befinden sich das entlang der Staatsgrenze verlaufende Skalky-Naturdenkmal, oder das im Feld liegende Pfauberg-Naturdenkmal.

Geschützte Arten

Eben aus der Variabilität der Naturbedingungen und der Mannigfaltigkeit der Landschaftselemente ergibt sich auch das häufige Vorkommen von geschützten Arten von Tieren und Pflanzen. Unter den Pflanzen gilt das auf trockeneren Wiesen zwischen Röhricht wachsende Fleischfarbene Knabenkraut als interessantester Vertreter der Flora. Tiere sind hier wesentlich dominanter – vertreten sind insbesondere Tierarten und -gruppen, für die Auen und Wasser unentbehrlich sind. Unauffällig sind verschiedene Insektenvertreter, einer von ihnen, der unter dem Schutz von Natura 2000 steht, der Scharlachrote Plattkäfer, lebt unter der Rinde von absterbenden Papeln.

Regelmäßig findet man hier Lurche, wie den Laubfrosch, beide Arten von Kröten, einige Springfroscharten und die selten vorkommende Knoblauchkröte. In Sümpfen und Kanälen sind Ringelnatter und vor allem der Europäische Biber, der „Landschaft-Baumeister“, zu Hause, der hier seine Dämme und Teiche baut. Seine Fraßspuren an Bäumen sind überall gut sichtbar. Über die Röhrichtbestände, in denen die Wasseralle, die Bartmeise und der Zwergdommel leben, fliegt die Rohrweihe regelmäßig auf. An Randbäumen von Teichen sind beutelförmige Nester der Beutelmeise aufgehängt, auf der Wasserfläche erblicken wir Graugänse, verschiedene Enten, von denen die Kolbenente oder die Schnatterente am interessantesten sind, sowie den Graureiher und den Silberreiher. Aus den Kronen von hohen Bäumen ertönt der klangvoll flötende Gesang des Pirols.

Naturschutzgebiete

Fuchsberg-Naturpark

Der Naturpark nördlich der Gemeinde Sedlec schützt Trockengräser, Brachen und Gebüsch mit vielen besonders geschützten Tier- und Pflanzenarten. Ein typisches Beispiel davon ist der Zottel-Lein. Seine Blüten verleihen den von ihm gedeckten Flächen eine himmelblaue Verfärbung. Das Gebiet gehört zum Mikulover-Hügelland.

Naturschutzreservat „Slanisko bei Nesyt“

Unsere größte Salzwiese (7 ha) in der Nachbarschaft der Gemeinde Sedlec und des größten mährischen Nesyt-Teiches. Sein salzhaltiger Bodencharakter wird durch Salzausschwemmen aus den Unterschichten verursacht. Es kommen hier auch Schwefelquellen sowie die dem Standort angepassten Salzpflanzen (Halophyten), z.B. Strand-Aster, Strand-Wegerich, Knopfbinsen-Sumpfgras vor.

Pfauberg-Naturdenkmal

Eine Fläche mitten in Feldern südlich der Gemeinde Sedlec mit thermophilem Steppengras, in dem die Große Kuhschelle und das Frühlings-Adonisröschen im Frühling aufblühen. Im Sommer ein bedeutender Insekten-Standort.

Naturdenkmal Skalky u Sedlece

Einige verlassene kleine Kalksteinbrüche in den im Sand gelagerten Blöcken. Eine geologische Besonderheit und ein ergiebiger Fundort von Fossilien aus tertiären Schichten der Paratethys.

Blumen in Naturschutzgebieten