Backsteinbrücke - Portz Insel

Die barocke Backsteinbrücke befindet sich ca. 4 km südöstlich der Altstadt von Mikulov an einer Stelle (der früheren Portz Insel), die nun Tichý ostrov, dt. Stille Insel heißt. 

Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat dort der Teich Portz eine Insel umschlossen. Auf dieser Insel hatte der Kardinal Franz Seraph von Dietrichstein in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Lustschlossanlage mit einem Zierblumen und Waldgarten errichten lassen. Die Inselanlage war mit dem Festland über eine hundert Meter lange Backsteinbrücke verbunden und wurde seinerzeit als besonders gelungenes architektonisches Bauwerk wahrgenommen. Mit der Stadt Mikulov war der Standort außerdem über eine zweieinhalb Kilometer lange Allee mit beidseitig verlaufenden Baumreihen verbunden. 

Ein Niedergang der bedeutenden Inselanlage trat gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein. Zunächst wurde der hiesige Teich Portz trockengelegt. Darauf wurde die ehemalige Insel von einer Bahnstrecke durchschnitten. Im totalitären Staat waren das Gelände und die Brücke 40 Jahre lang nicht zugänglich. Die Ziegelbrücke und das Lustschloss wurden stark baufällig und von der wild wachsenden Vegetation völlig überwuchert. Das Brückenbauwerk verdankt seinen Fortbestand der heutzutage nicht mehr erzielbaren Qualität von Ziegeln, die die tüchtigen Handwerker von Mikulov im 17. Jahrhundert hergestellt haben. Buchstäblich fünf vor zwölf hat die Stadt Mikulov die Brücke von 2019 bis 2020 renovieren lassen. 

Von einem Privateigentümer wurde auch das Lustschloss renoviert. Es befindet sich heutzutage im erneuerten nördlichen Teil der ehemaligen, nun vom Neuen Teich umgebenen Insel. Im Jahre 1995 wurden sowohl das Lusthaus als auch dessen Brücke zum unbeweglichen Kulturdenkmal erklärt.

Die wiederhergestellte Brücke ist nicht nur hierzulande, sondern auch im breiteren europäischen Raum einmalig. Ihr Alter fasziniert. Sie ist sowohl baustoffmäßig als auch konstruktionstechnisch unvergleichbar. Die instand gesetzte Brücke wurde in einem Wettbewerb zum bestplatzierten Denkmal des Jahres 2020 gekürt. 

Im Umkreis der Brücke ist ein Lehrpfad mit Rastplätzen eingerichtet. Er führt zum österreichischen Drasenhofen und bietet dort Anschluss an die örtlichen Radwanderwege

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